Familienmediation

Zur Historie der Familienmediation im Institut

Seit 1989 haben unsere Gründungsmitglieder begonnen, RechtsanwältInnen, SozialpädagogInnen, RichterInnen, PsychologInnen und andere an Familienkonflikten beteiligte Professionen miteinander zu vernetzen, um das Hilfsangebot zu verbessern und Ressourcen zu bündeln. Dabei war und ist uns wichtig, untereinander die unterschiedlichen Qualifikationen und Fähigkeiten zu achten und sie als sinnvolle Ergänzung einzusetzen, anstatt miteinander zu konkurrieren. Mit diesem gemeinsamen, interdisziplinären Ansatz können wir Familien in Trennungssituationen, besonders im Sinne der betroffenen Kinder, optimal unterstützen.

Im Jahre 1995 haben wir das „Hamburger Institut für Mediation“ gegründet, um Mediation in der Hamburger Öffentlichkeit als konkurrenzfähige Alternative und Ergänzung zum Gerichtsverfahren einzuführen und bekannt zu machen.

Unser Institut wurde zum lebendigen Forum für den kollegialen und fachübergreifenden Erfahrungsaustausch aller, die am Mediationsprozess beruflich beteiligt und interessiert sind. Endlich konnten wir unsere Überzeugung umsetzen, dass interdisziplinäres Arbeiten mit betroffenen Familienmitgliedern hilfreicher ist als fachlich einseitige Konfliktbearbeitung: Fachspezifische Kenntnisse aus den Bereichen Recht, Psychologie, Sozialpädagogik und Soziologie sind unverzichtbarer Bestandteil mediativer Tätigkeit.

Unsere damaligen Vorstandsmitglieder waren Mitbegründer der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familienmediation (BAFM) und an der Konzeption der Standards für Familienmediation sowie der Ausbildungsrichtlinien dieses Bundesverbandes beteiligt. Auf dieser Grundlage erarbeiteten wir eigene Ausbildungskonzepte und haben in den vergangenen Jahren mehr als 100 TeilnehmerInnen in Familienmediation ausgebildet. Wir wurden als erstes Ausbildungsinstitut für Familienmediation im norddeutschen Raum auch von der BAFM zertifiziert.

Vorteile der Familienmediation

Familienmediation hat sich mittlerweile als Hilfe im Trennungs- und Scheidungsfall fest etabliert.

Bei der Familienmediation handelt es sich um eine auf Konsens gerichtete, rein lösungsorientierte Methode, die wir erfolgreich bei Paar- und Elternkonflikten, anlässlich von Trennung und Scheidung, aber auch beziehungserhaltend und –verbessernd einsetzen. So kann eine Mediation auch und gerade in einer Phase positiv wirken, in der die Beteiligten sich noch nicht über die Zukunft ihrer Beziehung sicher sind.

Auch bei Erbschaftsauseinandersetzungen wenden wir Mediation erfolgreich an, so dass über Generationen gewachsene familiäre Bindungen und Vermögenswerte nicht durch einseitige materielle und emotionale Interessenverfolgung gefährdet werden, sondern für die Zukunft stabilisiert werden.

Eine Verbindung zwischen Familien- und Wirtschaftsmediation zeigt sich im Bereich der Erbschaftsauseinandersetzungen dort, wo sinnvolle Nachfolgeregelungen für ein Unternehmen getroffen werden und damit die Substanz einer Firma erhalten wird.

Als besonders attraktiv empfinden die Parteien dabei die Überschaubarkeit der Kosten und die Vermeidung von gerichtlichen Eingriffen.

Der Kostengesichtspunkt ist jedoch nicht allein entscheidend. Insbesondere Paare, denen die Erhaltung einer dauerhaft tragfähigen Elternbeziehung zum Wohle ihrer Kinder am Herzen liegt und die ihre Energien hierauf verwenden wollen, statt sich einen ‚Rosenkrieg’ zu liefern, entscheiden sich für Mediation.

Diese Haltung ist wichtig, um die Beziehungs -und Konfliktfähigkeit auch der betroffenen Kinder zu stärken. Langzeitforschungen belegen, dass Kinder aufgrund destruktiver Trennungsprozesse ihrer Eltern Gefahr laufen, die Verhaltensmuster ihrer Eltern zu übernehmen und als Erwachsene ebenfalls in Liebesbeziehungen zu scheitern.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, wie wichtig es für Eltern und Paare ist, von den starren Modellen und Vorgaben der Rechtsprechung abzuweichen und eigene Kinderbetreuungs- und Berufsausübungskonzepte zu entwickeln, die an die individuelle Lebenssituation angepasst sind.

Gleiches gilt auch für die Vermögensauseinandersetzung mit dem Ziel, das gemeinsam Geschaffene nicht durch Streit zu verlieren, sondern gewinnbringend zu erhalten.

Mediation eignet sich daher hervorragend für Paare, die sich ihre Zukunftsvorstellungen nicht aus der Hand nehmen lassen, sondern langfristig für alle Beteiligten positive Vereinbarungen realisieren möchten. Die mittels Mediation erzielten Lösungen sind in der Regel dauerhafter, weil die Parteien sie akzeptieren und leben. Anders als im Gerichtsverfahren gibt es keinen Verlierer, sondern nur Gewinner.

Unsere Angebote

Das Institut vermittelt auf Anfrage gerne und kostenlos geeignete FamilienmediatorInnen aus dem Kreise unserer Mitglieder.

Wer etwas über Familienmediation wissen will, erhält von uns gerne alle wichtigen Informationen.

Wir veranstalten bei Bedarf kostenlose Informationsabende über Inhalt und Verlauf einer Familienmediation und zeigen die Unterschiede zum traditionellen Trennungs- und Scheidungsprozess auf.

Unsere Vereinsmitglieder arbeiten unabhängig und mit individuellen Honorarsätzen. Gewöhnlich wird ein Mediationsvertrag geschlossen, in dem der Verfahrensablauf, die Aufgaben des Familienmediators und die Höhe der Kosten geregelt sind. In der Regel fallen die Kosten einer Mediation vergleichbar deutlich niedriger aus als die einer gerichtlichen Auseinandersetzung.

Wussten Sie schon, dass einige Rechtsschutzversicherungen die Kosten für ein Mediationsverfahren übernehmen!

Im Rahmen unserer ehrenamtlichen Möglichkeiten setzen wir unsere Bemühungen um Öffentlichkeitsarbeit, kollegialen Austausch und Netzwerkarbeit im Hamburger Raum fort.